Dienstag, 25. April 2017

Mädchen- und Jungssachen


In letzter Zeit ist hier im Blog wenig los. Ich hätte viel, sehr viel zu zeigen. Aber momentan geht mir ein wichtiges Thema nicht aus dem Kopf. Also schreibe ich das mal alles auf. Es geht und Geschlechter- und Genderkram...

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Als Kind habe ich nie mit Puppen gespielt. Ich habe gern Häuser gebaut und eingerichtet, auch für Puppen, aber auch einfach so ganze Städte aus Lego oder Bauklötzen erschaffen. Ich habe auch gern Puppenkleidung gehäkelt und ihnen angezogen. Ich hatte eine Menge Kuscheltiere, die ich sehr geliebt und mit denen ich gekuschelt habe. Aber ich habe nie die typischen Rollenspiele gespielt. Stattdessen habe ich mich für Autorennbahnen, Eisenbahnen und Fischer-Technik interessiert. Leider gehörten diese Dinge immer den Jungs und die haben mich nicht mitspielen lassen, weil ich ein Mädchen war. Mit den Mädchen wollte ich nicht spielen, weil die immer nur Mutter-Vater-Kind spielen wollten. Um nicht immer allein spielen zu müssen, habe ich also manchmal doch mitgemacht und immer den Vater gespielt. Den wollte nämlich keine andere spielen. Dabei war das die coolste Rolle: von der Arbeit kommen, keine Hausarbeit machen müssen und bedingungslos geliebt werden.

Es gab in meiner Klasse ein Mädchen, das von den Jungs als Spielkamerad akzeptiert wurde. Sie trug nie Kleider oder Röcke, immer nur Hosen und niemals Rüschen, Glitzer, rosa oder lila. Sie fuhr ein Rennrad und hatte eine Spielzeugpistole mit diesen Knallplättchen auf rotem Papierband. Das alles hat sie nicht aus Berechnung getan, sondern weil sie es so wollte. Und sie durfte mit den Jungs spielen. Aber ich wollte mich nicht als Junge verkleiden. Ich hatte gern lange Haare, ich trug gern Kleider, auch mit Rüschen, Glitzer und in ALLEN Farben.

Mein Cousin in Süddeutschland war vier Jahre älter als ich und hatte als einer der ersten einen Computer. Als ich in den Ferien bei ihm und seinen Eltern war, hat er mir das Programmieren beigebracht. Ich war fasziniert. Natürlich auch von den tollen Spielen, die man darauf spielen konnte. Boulder Dash! Für mich noch immer eins der besten Spiele überhaupt!
Jedenfalls war es nie ein Thema, ob ich nun ein Mädchen bin oder nicht. Er hat mir alles gezeigt und beigebracht und auch seine Freunde haben mich akzeptiert. Erst zurück in Berlin bin ich auf Ablehnung gestoßen. Als ich begeistert von meinen Computererlebnissen erzählte und plante, mein Taschengeld zu sparen, um mir bald einen eigenen Computer zu kaufen und später Informatik zu studieren, kam nur die Frage: "Wieso denn das? Du als Mädchen? So ein Quatsch!" Niemand hat mich bestätigt oder unterstützt. Das hat mich so verunsichert, dass ich fortan nicht mehr darüber geredet habe.
Dann hatten die ersten Jungs aus meiner Klasse einen Computer. Und bis wir in der Schule fakultativen Informatikunterricht hatten, waren sie mir so weit voraus, dass ich keine Chance hatte, mitzumachen. Dem Lehrer war deutlich anzusehen, dass es ihm auch lieber war, mit den Jungs "richtige" Aufgaben zu machen, als mit mir den Anfängerkram. Meine Begeisterung für diese Dinge wandelte sich in Trotz. Wenn ihr mich nicht wollt, will ich euch auch nicht! Blöder Computerkram!
Dabei war ich Klassenbeste unter anderem in Mathe und Englisch, konnte mit meiner Logik alle an die Wand argumentieren. ABER DANN HALT NICHT!

In der Oberstufe hatte ich Mathe und Physik als Leistungskurse, weil ich in beidem Klassenbeste war und mir diese Fächer Spaß gemacht haben. Leider mochte der Physiklehrer keine Mädchen in seinem Kurs haben und er hat uns - das Rennradmädchen (s.o.) und mich - immer mies behandelt. Natürlich nie so, dass man damit zu einer übergeordneten Stelle hätte gehen können. Aber bei unseren Fragen hat er immer die Augen verdreht, als ob es gaaanz dumme Fragen wären und auch nur ganz knapp geantwortet. Er hat uns auch mündlich schlechter bewertet als die Jungs, obwohl wir mindestens genauso gut waren. Aber das kann man natürlich schlecht nachweisen.
Trotz der Note 5 in Physik habe ich ein gutes Abitur geschafft und nach einem Umweg über zwei Semester Geisteswissenschaften ein Ingenieurstudium absolviert. Oh Wunder, hier war ich in Physik wieder eine der besten. In Mechanik habe ich sogar als einzige von mehreren Hundert Studierenden die volle Punktzahl erreicht. Ich konnte inzwischen ganz gut die blöden Kommentare vom Lerninhalt abgrenzen. Aber damit Ihr auch Euren Spaß habt, erzähle ich mal zwei Anekdoten:

In Thermodynamik wusste ich als einzige die Antwort auf eine bestimmte Frage. Darauf ruderte der Professor ein paar Sekunden und sagte dann: "Klar, die Hausfrau weiß das natürlich."

In Werkstofftechnik zählte der Professor die verschiedenen Materialien auf: Metalle, Keramik, "und Kunststoffe, das wird vor allem die Damen hier interessieren, denn daraus macht man WINDELN!"

Wenn Leute von meinem Studienfach erfahren haben, kam oft die Frage: "Ist das nicht besonders schwer für ein Mädchen?" Ich habe damals sachlich geantwortet: "Nein, wir bekommen die gleichen Aufgaben wie die Jungs."
Heute würde ich sagen: "Ja, aber nur wegen der vielen blöden Vorurteile und Sprüche und weil wir in der Kindheit nicht genauso unseren Talenten entsprechend gefördert werden wie die Jungs!"

Ich wollte gern ein Praktikum in einer Gießerei machen, konnte aber nicht, weil es dort keine sanitären Einrichtungen und keinen Ruheraum gab.
[Dass ich nie Autogenschweißen gelernt habe, lag ausnahmsweise mal nicht an meinem Geschlecht, sondern an meiner Linkshändigkeit. Die Arbeitsplätze waren nur für Rechtshänder eingerichtet. Man konnte sie gar nicht mit links benutzen. Und ich hatte im rechten Arm weder die Kraft noch die Feinmotorik, um (als Anfängerin!) mit rechts zu schweißen.]

Auf einem Ausflug der Arbeitsgruppe, in der ich studentische Hilfskraft war, kamen die Kollegen alle in Doppelzimmern unter und hatten so auch nur den halben Preis für die Übernachtung zu bezahlen. Ich schlief allein im Zimmer und durfte doppelt so viel zahlen wie die anderen. Jetzt könnte man sagen: Dafür können doch die Kollegen nichts. Richtig. Ich aber auch nicht. Warum habe ich dann den finanziellen Nachteil?

Nach dem Diplom habe ich ein paar Jahre gearbeitet und dabei den ganz normalen Berufsalltag erlebt: Kunden, die lieber mit einem männlichen Kollegen sprechen wollten, obwohl ich am besten über das Projekt bescheid wusste. Kollegen, deren Augen stets auf meinem Oberkörper ruhten, wenn sie mit mir sprachen, selbst wenn ich einen Laborkittel oder einen dicken Winterpullover trug.

Jetzt bin ich seit neun Jahren "Familienmanagerin", wie man das heute nennt, wenn man nicht "Hausfrau und Mutter" sagen will. Gelegentlich werde ich gefragt, ob ich meinen Beruf vermisse. Nein, ich vermisse ihn nicht. Natürlich wäre ich gern finanziell unabhängig und für den Ernstfall abgesichert. Und es wäre schön, mehr Anerkennung zu bekommen. Aber mein Interesse für Technik kann ich wunderbar mit meinen Kindern ausleben. Ich bastle auch gern mit meinem Mann zusammen technische Lösungen, die es nicht zu kaufen gibt.

Objektiv betrachtet finde ich es tragisch. Denn ich könnte unserer Gesellschaft sicher sehr viel besser nutzen, Dinge erfinden oder verbessern, die Wirtschaft ankurbeln, ein Vorbild sein. Aber es ist so anstrengend, als Frau in einem "Männerberuf" ständig diese Vorurteile, die Sprüche, die Benachteiligungen auszuhalten. Und als Mutter von einem hochsensiblen Schulkind und einem hochbegabten Vorschulkind bin ich so schon chronisch erschöpft.

Mein Appell an alle: Ignoriert doch einfach mal das Geschlecht der Menschen, vor allem der Kinder. Die meiste Zeit ist doch das Geschlecht eines Menschen völlig unwichtig. Wenn jemand schöne Sachen strickt, ist das doch toll! Wenn jemand geniale Maschinen baut ebenso! Wenn ein Kind gern Zahnräder zusammenschraubt oder eine Puppe frisiert, ist es doch egal, welche Geschlechtsteile es in seiner Hose hat. Es ist egal!


Donnerstag, 20. April 2017

Gelesen: "Sehr gerne, Mama, du Arschbombe" von Patricia Cammarata




Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Autorin: Patricia Cammarata
Titel: "Sehr gerne, Mama, du Arschbombe - Tiefenentspannt durch die Kinderjahre"
Taschenbuch
Preis: 9,90 €
Verlag: Bastei Lübbe
239 Seiten
ISBN: 978-3-404-60840-9
Erscheinungstermin: 13.08.2015

Klappentext:
Bastelmuttihölle, Erledigungen, die vier Stunden mit Kind statt eine Stunde ohne dauern, die Fensterbank voller Raupenkacke und das Wort "Arschbombe" 100-mal am Tag - das Leben mit Kindern kann ganz schön anstrengend oder nervig sein. Wie man trotz allem den Humor nicht verliert und eine entspannte Haltung im Leben mit Kindern behält, verrät Patricia Cammarata warmherzig mit viel Selbstironie in diesem Buch.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mir meine Schwägerin geschenkt, die selbst drei Kinder und ein turbulentes Leben hat. Ich habe es in jeder freien Minute gelesen und mich köstlich amüsiert. Vieles kennt man aus eigener Erfahrung, aber Patricia Cammarata schreibt es noch viel lustiger und es ist natürlich etwas anderes, selbst im Chaos zu stehen oder entspannt darüber zu lesen, dass es anderen auch so geht.

Tipp 1:
Patricia Cammarata bloggt seit 2004 (!) unter dasnuf.de über ihr Leben. Sicher kann man die Geschichten aus dem Buch auch dort finden, aber so ein Buch liest sich doch viel schöner. Und man kann es auch super verschenken, z.B. an Leute, die Kinder haben oder die Kinder haben wollen.

Tipp 2:
Auf der Homepage des Verlags gibt es eine Leseprobe.



Donnerstag, 6. April 2017

Meine Kinder hören und lesen...


Unsere Stadtbücherei hat gleich vorn im Eingangsbereich einen Tisch mit Büchern und CDs zum Thema "Flucht". Wir haben mal ein Buch und eine CD davon ausgeliehen.



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Autorin: Irena Kobald
Illustrationen: Freya Blackwood
Titel: Zuhause kann überall sein
Preis: 12,95 €
Altersempfehlung: Ab 5 Jahren
ISBN 978-3-86873-757-8

Klappentext:
Das kleine Mädchen Wildfang musste seine Heimat verlassen und vor dem Krieg in ein fremdes Land fliehen. Alles dort scheint kalt, abweisend und vor allem fremd: die Menschen, die Sprache, das Essen und sogar der Wind. Wildfang möchte sich am liebsten nur noch in ihre geliebte Decke wickeln, die gewebt ist aus Erinnerungen und Gedanken an zuhause. Doch dann trifft sie im Park ein anderes Mädchen, das ihr nach und nach die fremde Sprache beibringt und mit ihr lacht. Und so beginnt Wildfang wieder eine Decke zu weben aus Freundschaft, neuen Worten und neuen Erinnerungen, die sie wärmt und in der sie sich zuhause fühlt.

Unsere Meinung:
Dieses Buch ist ganz besonders zauberhaft gestaltet. Es zeigt ganz behutsam mit einfachen Bildern und Texten, dass Freundschaft auch ohne viele Worte möglich ist und wie einfach es sein kann, einem Menschen, besonders einem Kind, zu helfen. Es ist ein sehr guter Einstieg in das Thema und bietet viel Stoff für Gespräche über Freundschaft, Angst, Traurigkeit, Heimat, Geborgenheit.
Es ist allerdings kein Buch, das man mal schnell vorliest und dann zum nächsten Punkt der Tagesordnung übergeht. Nehmt Euch ein wenig Zeit und sprecht mit Eurem Kindern!



Autorin: Kirsten Boie
Titel: Bestimmt wird alles gut
gelesen von der Autorin
1 CD
Laufzeit: 48:28 min (incl. Interview)
ISBN 978-3-8337-3586-8
Preis: € 9,99

Klappentext:
Rahaf und ihre Geschwister kommen aus der syrischen Stadt Homs. Dort haben sie mit vielen Verwandten in einem großen Haus gelebt. Dann kam der Bürgerkrieg und Rahafs Eltern haben beschlossen, in ein anderes Land zu gehen. Auf einem viel zu kleinen Schiff reist die Familie nach Italien und mit dem Zug weiter nach Deutschland. In Deutschland ist zum Glück kein Krieg, aber vieles ist auch hier schwer, denn Rahaf versteht die Sprache nicht. Doch dann kommt sie in die Schule und lernt Emma kennen.

Unsere Meinung:
Das große Kind wollte die CD allein hören. Okay, das darf es natürlich. Ich habe später am Tag gefragt, wie die CD war und es hat mir sehr begeistert die Geschichte erzählt. Ich war beeindruckt, wie gut mein Kind die verschiedenen Stationen und Probleme der Flucht und die Situation später in Deutschland erfasst hat. Es hat auch verstanden, dass das eine wahre Geschichte ist und so oder ähnlich vielen Menschen passiert ist. Aber an unserer Grundschule gibt es ja auch mehrere Willkommensklassen, in denen Flüchtlingskinder aus dem nahe gelegenen Flüchtlingsheim erst deutsch lernen und ihr Wissensstand ermittelt wird, bevor sie dann auf die regulären Schulklassen verteilt werden. Auch in die Klasse vom großen Kind kamen schon mehrere "Willkommenskinder". (Ist diese Bezeichnung nicht wunderbar?)
Das kleine Kind hat die CD ein paar Tage später mit mir zusammen gehört. Es war ganz gebannt, war über die Schlepper ehrlich empört, hat mit der Familie mitgelitten, war einfach insgesamt sehr empathisch. Es hat auch die Geschichte gleich verstanden und mit mit drüber geredet.
Seitdem läuft die CD mehrmals täglich, oft im Hintergrund beim Spielen.
Mich überrascht das, denn ich hätte gedacht, dass die Kinder das Thema zu traurig finden, aber da kann man mal sehen, dass man Kinder halt oft unterschätzt...




Dienstag, 4. April 2017

Noch ein Sternkisen



Passend zum Mohairmonster bekommt meine Lieblingsschwiegermutter zum Geburtstag dieses Sternkissen in Brauntönen. Die Anleitung "Sternkissen Asterisk" von Gudrun Ohle gibt es kostenlos bei Ravelry. Für die Füllung nehme ich Füllungen aus alten Sofa- und Kopfkissen (nur Polyester, keine Federn). Manchmal gibt es die sehr billig bei Ebay/-Kleinanzeigen in unserer Nähe. Ich wasche sie natürlich sofort nach dem Kaufen in der Waschmaschine. Neulich hatte ich mal wieder ein großes Kissen gekauft und als ich sagte, was ich damit mache, gleich noch eine große Tüte Füllmaterial geschenkt bekommen, die der Verkäufer noch in der Garage hatte.  Er war froh, wieder mehr Platz zu haben und ich kann wieder viele Kissen füllen. Prima Sache!

Montag, 3. April 2017

Kind(8) hat gelesen: "Alfie Bloom - Das Geheimnis der Drachenburg" von Gabrielle Kent



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt

Autorin: Gabrielle Kent
Titel: Alfie Bloom Band 1. Das Geheimnis der Drachenburg
Illustrator: Timo Grubing
gebundene Ausgabe
Erschienen am: 03.09.2015
320 Seiten
ISBN 978-3-505-13715-0
Preis: 12,99 €

Klappentext:
Der elfjährige Alfie macht sich auf die langweiligsten Ferien aller Zeiten gefasst, da erreicht ihn eine unglaubliche Nachricht. Er hat eine Burg geerbt! Burg Hexbridge übertrifft Alfies kühnste Träume. Neben Geheimgängen, Falltüren und versteckten Verliesen ist seine fantastischste Entdeckung ein sprechendes, fliegendes Bärenfell namens Artan. Die Freundschaft zwischen den beiden erweist sich bald schon als absoluter Glücksfall. Denn dank Artans Flugkünsten gelingt den beiden die Flucht vor einem finsteren Wesen mit zwei Köpfen, glutroten Augen und einem langen schuppigen Schwanz. Was zum Teufel war das? Alfie begibt sich auf Spurensuche, und die führt ausgerechnet zu seiner Burg …

Meinung von Kind(8):
Das Buch ist total spannend! Es gibt eine alte Burg, ein Rätsel und dazu noch Magie! 
Die Drachen neben den Kapitelnamen und Seitenzahlen sehen schön aus.
Hoffentlich gibt es bald den zweiten Band in der Bücherei!
Und hoffentlich schreibt die Autorin noch ganz viele weitere Bände und zwar möglichst schnell!

Sonntag, 2. April 2017

Kind(8) hat gelesen: "Das Schwein beim Friseur" von Erich Kästner




Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Autor: Erich Kästner
Titel: Das Schwein beim Friseur und andere Geschichten
Einband: Walter Trier
Illustrationen: Horst Lemke
Dressler Verlag
112 Seiten
gebundene Ausgabe
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Preis: 8,50 € (D), 8,80 € (A), SFR 15,80
ISBN-13: 978-3-7915-3019-2
EAN: 9783791530192
Erscheinungstermin: Februar 1962


Klappentext:
Zum Friseur gehen? Welches Kind tut das schon gern! Der kleine Berthold jedenfalls würde sich nie freiwillig die Haare schneiden lassen. Bis ihn seine Mutter eine Tages mit zum "Friseur am Zoo" nimmt. Da staunt Berthold: Statt auf Stühlen sitzen die Kinder auf lebendigen Tieren, einem Pony, einem Esel, sogar auf einem kleinen Elefanten. Für Berthold ist gerade das grunzende Schwein in der Ecke frei - und was passiert, als er sich darauf setzt, ist wirklich haarsträubend. 
Erich Kästner erzählt außerdem, wie Sherlock Holmes höchstpersönlich den kleinen Friedrich, der allzu gerne rumspioniert, von seiner Neugierde heilt, und von vielen anderen lustigen und ernsteren Begebenheiten. Die sechzehn ganz unterschiedlichen Geschichten und Gedichte in diesem Band sind allesamt geprägt von Kästners verständnisvollem Ton für Kinder, die von ihm immer ernst genommen werden. Zum Selberlesen und zum Vorlesen für kleine und große Kästner-Fans.

Unsere Meinung:
Das Kind prescht derzeit durch Kästners Werke, diesmal hat es diese Sammlung von Kurzgeschichten verschlungen. Wie das immer so ist mit Kurzgeschichten, manche mag man mehr als andere. Aber Kästners unvergleichlicher Stil, seine einfühlsame Art, mit der er ganz zärtlich die Seele von Kindern beobachtet, das ist immer wunderbar. Besonders schön sind die Geschichten "Zwei Mütter und ein Kind" und "Ein Kind hat Kummer".



Samstag, 1. April 2017

Kind(8) hat gerade eben ausgelesen: "Der kleine Mann und die kleine Miss" von Erich Kästner



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt

Autor: Erich Kästner
Titel: Der kleine Mann und die kleine Miss
Dressler Verlag
208 Seiten
gebundene Ausgabe
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Preis: 12,90 € (D), 13,30 € (A), SFR 24,00
ISBN-13: 978-3-7915-3018-5
EAN: 9783791530185
Erscheinungstermin: Februar 1967
Einband und Illustrationen von Horst Lemke

Klappentext:
Eigentlich heißt er Mäxchen Pichelsteiner, aber berühmt ist er als der kleine Mann. Denn Mäxchen ist nur fünf Zentimeter groß, schläft bequem in einer Streichholzschachtel und tritt außerdem mit Professor Jokus von Pokus als Artist im Zirkus Stilke auf. So berühmt ist der kleine Mann, dass Mister Drinkwater höchstpersönlich aus Amerika anreist, um sein turbulentes Leben zu verfilmen.
Ungewöhnliche Helden erleben nun einmal ungewöhnliche Abenteuer. Nach aufregenden Filmaufnahmen ist Mäxchen dann endlich weltweit im Fernsehen zu sehen. Im fernen Alaska sitzt ein kleines Mädchen und traut seinen Augen kaum. Das kleine Mädchen heißt Emily Simpson, ihre Mutter ist eine geborene Pichelsteiner und auch Emily ist nur - na, wie groß wohl?

Unsere Meinung:
Nachdem das Kind neulich "Der kleine Mann" gelesen und sehr gemocht hat, war nun endlich die Fortsetzung in der Bücherei verfügbar. Ich besitze zwar seit meiner Kindheit die Gesamtausgabe "Kästner für Kinder" in zwei Bänden, aber die sind so dick und schwer und die Schrift ist so klein, das will das Kind nicht lesen. Also habe ich "Der kleine Mann und die kleine Miss" aus der Stadtbücherei ausgeliehen. Und ich finde die Kästner-Ausgaben vom Dressler-Verlag wirklich sehr schön gestaltet und handlich.
Die Geschichte ist heute noch genauso bezaubernd wie damals und das Kind findet sie genauso schön wie ich. Hach, das ist so schön, wenn man die gleichen Bücher mag!


Freitag, 10. März 2017

Gelesen: "Liebe ist, den Partner NICHT so zu nehmen, wie er ist" von Christian Thiel



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Autor: Christian Thiel
Titel: "Liebe ist, den Partner nicht so zu nehmen, wie er ist. Wie Sie durch Veränderungen Ihre Beziehung positiv gestalten."
Paperback, Klappenbroschur
176 Seiten
ISBN: 978-3-517-09357-4
Preis: 14,99 € [D], 15,50 € [A], CHF 20,50
Verlag: Südwest
Erscheinungsdatum: 08.02.2016

Klappentext:
Die allermeisten Frauen suchen heute nach einer Antwort auf die Frage, wie um alles in der Welt der Mann an ihrer Seite wohl zu ändern sei. Und – zugegeben – auch Männer fragen sich ab und an: „Wie ändere ich meine Frau?” Es handelt sich also gewissermaßen um eine der Grundfragen der modernen Partnerschaft. 
Doch bei der Suche nach Antworten tappen die Beteiligten weitgehend im Dunkeln. Das hat Gründe: Viele Beziehungsexperten behaupten, den Partner zu verändern, das sei unmöglich. Auch wohlmeinende Freunde, Zeitschriften und Romane hauen in die gleiche Kerbe: Wer wirklich liebt, nimmt seinen Partner, so wie er ist. Dabei ist diese Ansicht grundfalsch. 
Christian Thiel beweist in diesem Buch, dass es nicht nur statthaft ist, den Partner verändern zu wollen, sondern sogar nötig, wenn Sie in einer dauerhaft glücklichen und stabilen Beziehung leben möchten. Denn gerade wenn Sie unzufrieden sind, gibt es nur einen Weg: Sie müssen dafür sorgen, dass Sie bekommen, was Sie brauchen – und dafür Ihren Partner verändern.

Meine Meinung:
Das Coverbild in freundlichem Grün und das Bild mit Hund und Katze hat mich sofort angesprochen. Der provokante Titel hat mich neugierig gemacht. Ich war aber auch misstrauisch: Was ist, wenn man den Partner liebt, wie er ist? Soll man ihn trotzdem ändern, um die Liebe noch mehr zu verbessern?
Das Buch richtet sich sehr deutlich an Frauen in Heterobeziehungen, auch wenn der Autor ab und zu den männlichen Leser anspricht und sehr lobt, dass er als Mann dieses Buch liest. Im ersten Drittel geht es eigentlich nur darum, dass Frauen ihre Männer mit Beziehungsgesprächen quälen, ja regelrecht foltern und damit Schuld an allen Problemen sind. Es werden jede Menge Beispiele aufgezählt, in denen die Männer sich den Frauen gegenüber respektlos oder lieblos verhalten und die Frauen darüber meckern. Ja ja, die Männer würden natürlich auch manches falsch machen, aber die FRAUEN mit ihren schrecklichen BEZIEHUNGSGESPRÄCHEN sind doch viel schlimmer!
Wenn man sich die Beispiele mal genauer anschaut, ist ein deutliches Muster zu erkennen: Die Männer sind in der ersten Zeit immer sehr liebevoll und aufmerksam, aber wenn die große Verliebtheit nachlässt, werden sie bequem und werben nicht mehr um ihre Partnerin. Im Grunde genommen müssten die Frauen also nicht den Partner ändern, sondern dieser Änderung Einhalt gebieten.
In den letzten beiden Dritteln des Buches geht es dann um die "Trias der Positivität": Belohnung, klare Ansagen und Sympathie. Jawohl, in DIESER Reihenfolge. Wir sollen Partner belohnen, wenn er unseren Wunsch erfüllt hat. Der Wunsch muss klar und deutlich geäußert werden. Und als drittes sollen wir uns dem Partner gegenüber nett verhalten. Also ich finde das etwas durcheinander gewürfelt. Ich würde annehmen, dass man sich in einer Partnerschaft grundsätzlich freundlich verhalten sollte. Wenn man einen Wunsch hat, muss man ihn dem Partner auch mitteilen und ihn später belohnen, wenn der Wunsch erfüllt wurde. Aber nein, der sogenannte "Experte", ein studierter Philosoph und Germanist (KEIN Psychologe oder Therapeut!) bleibt hartnäckig das ganze Buch hindurch bei seiner seltsamen Reihenfolge. Er hat (laut Klappentext) "lange Jahre" an einem psychologischen Institut mitgearbeitet. Wem da wohl die Jahre lang vorkamen? Und was er da gemacht hat, ist auch unklar. Vielleicht hat er im Sekretariat oder als Hausmeister gearbeitet? Seit 15 Jahren berät er Singles und Paare in seiner eigenen Praxis. Ich sage mal: Das kann ja jeder machen.
Die vielen Schreibfehler tragen leider auch nicht zu einer besseren Meinung bei...

Fazit: 
Nein, man muss den Partner nicht ändern. Man kann es auch gar nicht. Man kann hier und da das Verhalten ändern. Wünsche werden nicht erraten oder von den Augen abgelesen. Und natürlich sollte man freundlich sein, dazu gehört auch, sich zu bedanken, wenn man einen Wunsch erfüllt bekommt. Die 168 Seiten sind schnell gelesen. (Die restlichen Seiten sind nur der Anhang.)


Sonntag, 5. März 2017

WMDEDGT im März 2017


Es ist der fünfte und Frau Brüllen fragt wieder:

10:00 Ich wache auf. Herrlich, dass ich am Wochenende ausschlafen darf! Das haben wir damals so vereinbart, als ich wegen der Kinder nachts oft aufstehen musste. Ich bin immer nachts zuständig und darf dafür jeden Samstag und Sonntag ausschlafen. Das ist aber kein großes Opfer für den Mann, weil er eh jeden Morgen um halb sechs aufwacht.

10:10 Als ich aus dem Bad komme, mache ich mir einen Kaffee. Der Rest der Familie dreht einen Trickfilm.

10:20 Der Mann geht in die Küche, um Mittagessen zu kochen. Das ist noch so eine Vereinbarung, die wir uns im Laufe der Jahre erarbeitet haben. Ich koche Montag bis Freitag für die Kinder, er kocht am Wochenende. So erleben die Kinder, dass Kochen keine geschlechtsspezifische Arbeit ist.
Ich hole das Spiel "Café International" aus dem Schrank. Ich glaube, die Kinder sind inzwischen groß genug, um die Regeln zu verstehen. Die erste Runde spielen wir aber ohne Punkte und mit sehr einfachen Regeln. Es macht viel Spaß.


11:15 Essen ist fertig. Der Mann isst unter der Woche immer schon um 11 Uhr zu mittag, weil das so am besten in seinen Arbeitstag passt. Ich lasse am Wochenende deshalb meist das Frühstück ausfallen, weil ich in den ersten ein bis zwei Stunden nach dem Aufwachen eh nichts essen kann. Die Kinder aber haben ausgiebig gefrühstückt und lehnen das Mittagessen (Spaghetti mit Lachs in Sahnesoße) lautstark ab. Klar, sie haben noch gar keinen Hunger (In der Kita gibt es erst um 12 Uhr Mittag, das Schulkind isst zu Hause immer erst um 14 Uhr). Sie verkrümeln sich in ihre Zimmer. So können wir Eltern in Ruhe essen und uns auch mal ungestört unterhalten.

11:45 Wir räumen den Tisch ab und diskutieren kurz, ob man(n) nächstes Mal nur die halbe Menge kocht und ob wir den Rest jetzt einfrieren oder abends aufessen. Dann muss die optimale Gefrierbüchse gefunden werden.

12:00 Der Mann geht ins Schlafzimmer, um sich hinzulegen. Ich erkläre den Kindern, warum die Natur es so eingerichtet hat, dass Kinder grundsätzlich jede Nahrung ablehnen, die sie nicht kennen. Sie kosten daraufhin die Nudeln und finden sie auch gar nicht sooo schlimm ("so zwischen schlecht und mittel"). Jedes Kind isst ein Brot, etwas rohe Paprika und trinkt ein Glas Saft.

12:30 Wir spielen weiter "Café International", diesmal nach Punkten. Das große Kind spielt die "Bank" (das hab ich als Kind auch immer am liebsten gemacht) und das kleine Kind spielt gegen mich.

13:30 Nach einigen Dramen "Nein, jetzt will ich nicht mehr (nach Punkten) spielen!" haben wir die Runde nach den Regeln zu Ende gespielt, die Punkte gezählt und herausgefunden, dass das kleine Kind sogar gewonnen hat!

13:45 Der Mann hat ausgeschlafen und macht sich einen Kaffee. Die Kinder ziehen Jeans und Gummistiefel an und gehen in den Garten. Ich trinke einen Kaffee und schreibe hier.


14:50 Habe die ersten Fotos von der Kamera in den Computer geschoben und hier eingefügt.

15:00 Ich stricke die letzten Reihen an den Socken für den Mann und denke dabei darüber nach, dass man das Spiel „Café International“ heute bestimmt anders gestalten müsste. Unsere Ausgabe stammt von 1989, seitdem ist viel passiert. Nicht nur gibt es keine Sowjetunion mehr, sondern die Regeln „Zwei Frauen allein am Tisch sind verboten“ oder die „Kaffeekränzchen“ der Frauen und „Stammtische“ sind wirklich veraltet.

15:10 Die Socken sind fertig, auch die Fäden sind vernäht. Ich räume sie in den Schrank des Mannes und sammle in allen Zimmern die Wäsche ein, sortiere sie und stelle fest, dass ich heute nicht waschen muss.

15:20 Die Kinder räumen den Garten auf und kommen rein. Jetzt ist Zeit für Süßigkeiten. Wir haben letzte Woche Schwarz-Weiß-Kekse gebacken, von denen futtert jetzt jeder zwei Stück. Danach wollen sie einen Pippi-Langstrumpf-Film sehen. Sie haben die DVD-Box mit allen vier Filmen zu Weihnachten bekommen und heute ist endlich "Pippi in Takka-Tukka-Land" dran.

17:00 Ich wollte ja eigentlich beim Schauen stricken, musste aber dann die ganze Zeit die Hand des kleinen Kindes halten und immer wieder sagen: "Es ist zwar gefährlich, aber es passiert nichts Schlimmes. Alles wird gut!" Der Film ist wirklich aufregend und bei der Szene mit dem Vulkan hab ich heute noch Angst.

17:10 Wir essen zu Abend, dann machen die Kinder sich bettfertig. Der Mann badet das große Kind und ich föhne ihm hinterher die Haare.

17:30 Mann und Kinder schauen zusammen ein Buch an, während ich den Geschirrspüler einräume und meine Sporttasche für morgen packe.

18:20 Das Schulkind kontrolliert Schulranzen, Schwimmtasche und Turnbeutel. Dann legt es ausreichend Bücher auf den Nachttisch und kontrolliert die Trinkflasche am Bett. Das Kitakind kontrolliert auch die Trinkflasche, legt eine Hörbuch-CD ein und stellt das Nachtlicht auf. Ich fülle die Wärmflaschen, bringe sie den Kindern, rede und kuschle mit ihnen und dann sagen wir uns mit unseren 32 Ritualen "Gute Nacht".



18:30 Ich setze mich zum Mann auf das Sofa und wir gucken noch eine Folge „Deep Space 9“ und eine Folge "Türkisch für Anfänger".

20:30 Der Mann geht ins Bett. Ich tippe hier noch, stricke noch ein wenig und geh dann auch früh ins Bett.


Mit Kind(5) gelesen: "Der Wolkenkratzer schwingt die Bürste"




Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt

Titel: Der Wolkenkratzer schwingt die Bürste. Wirklich verrückte Berufe.
Autor: Hubert Schirneck
Illustratorin: Ina Hattenhauer
ISBN: 978-3-219-11646-5
32 Seiten
Altersempfehlung: ab 5 Jahren
Verlag: Ueberreuter
Erscheinungsjahr: 2015

Klappentext:
Warum der Wolkenkratzer eine Leiter braucht und andere verrückte Berufsgeschichten
Was Eltern und andere Erwachsene den ganzen Tag treiben, ist oft nicht so leicht zu durchschauen. In diesem Buch werden endlich einige rätselhafte Berufe erklärt, über die sonst lieber geschwiegen wird. All diese »Berufe« werden höchst wissenschaftlich und wahrheitsgemäß vorgestellt – naja, zumindest fast. Auf jeden Fall kann man herzhaft lachen: über Landstreicher, die Länder mit riesigen Flachpinseln anstreichen, über Seeräuber, die für andere Leute Seen klauen, und über viele andere verrückte Berufe.

Unsere Meinung:
Dieses Buch macht unheimlich viel Spaß!
Wir kichern über Leute, die beruflich Zitronen falten oder Länder anstreichen.
Nebenbei sprechen wir noch darüber, was die vermeintlichen Berufsbezeichnungen wirklich bedeuten. Und schon allein die Bilder sind sehr lustig anzuschauen.



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